19.08.2026
Plattform-Projekt InfraSouveraen auf der IFIP-Summerschool in Leuven, Belgien
mit einer Keynote von Dr. Felix Bieker, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur
Im Rahmen der IFIP Summer School „Privacy and Identity Management“, die dieses Jahr vom 10.-15. August in Leuven, Belgien stattfand, hielt Dr. Felix Bieker eine der Keynotes. Sie beleuchtete, wie die EU-Digital-Regulierung mittels Verordnungen wie der DSGVO, Digitale Dienste- und Digitale Märkte-Verordnung und KI-Verordnung Macht zwischen Anbietern, Plattformen und Nutzenden verteilt.
Während alle Instrumente einzelne Regelungen enthielten, die im Prinzip geeignet seien, bestimmte vorherrschende Praktiken in spezifischen Bereichen einzuschränken, hätten sie der konzentrierten Macht von Big Tech keine systemischen Lösungen entgegenzusetzen, so Bieker. Auch die aktuellen Reformvorhaben der Europäischen Kommission setzten dazu keine Impulse, sondern schwächten die Rolle der Nutzenden weiter. Gleichzeitig würden etwa mit dem Cloud and AI Development Act US-amerikanische Anbieter gestärkt und das Ziel digitaler Souveränität verfehlt.
Sinnvoll wäre es jedoch, sich von dem US-amerikanischen Ansatz mit seinem massiven Ressourcenverbrauch abzugrenzen und einen eigenen Weg zu finden. Dieser sollte sich an den tatsächlichen Bedarfen der Nutzenden orientieren und kleinere, lokale Modelle für vorab bestimmte Zwecke fördern. Bis dies umgesetzt werde, müsse auch etwa in Forschung und Lehre Widerstand gegen den Einsatz unausgereifter KI-Anwendungen, die ganze Bevölkerungsgruppen strukturell diskriminieren, geleistet werden.
Die Keynote entstand im Rahmen des Forschungsprojekts InfraSouveraen, welches KI-Infrastrukturen für Souveränität und Selbstbestimmung untersucht.
InfraSouveraen ist ein Projekt der Plattform Privatheit.
Weitere Informationen zu InfraSouveraen finden Sie unter: https://uni-tuebingen.de/de/296616
